
Stilgeschichten & Herzenssachen #31 -
Stil in Bewegung: Warum Sportmode weit mehr ist als reine Funktion
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Silke Stelzhammer
Alter: 51
Beruf: Ärztin
Wohnort: Seewalchen
Kleiderschrank: immer noch zu voll
Das wertvollste Teil: ein blitzblaues Kleid
Größter Fehlkauf: Schuhe mit dünnen, hohen Absätzen
Lieblingsfarben: Blau, Grün – und Rot (wieder)
Stil: authentisch
Das schönste Kompliment: „In deinem Alter möchte ich auch noch so fit sein!“
Sport ist ihr Leben – beruflich wie privat. Silke Stelzhammer ist Ärztin am Klinikum Wels und arbeitet zusätzlich im Olympiazentrum Linz. Von Laufen über Crossfit bis Skitouren: Bewegung prägt ihren Alltag. Kein Wunder also, dass Sportmode ein zentrales Thema für sie ist. „Ich verbringe viele Stunden in Sportbekleidung. Da ist Funktionalität entscheidend – aber es muss auch zu mir passen“, sagt sie. Denn sportlich zu wirken heißt für sie auch, glaubwürdig zu sein. „Unsere Athlet:innen würden mich nicht ernst nehmen, wenn ich im Rockerl oder in hohen Schuhen am Trainingsplatz auftauche.“
In ihrer Freizeit greift sie trotzdem und bewusst nicht ausschließlich zur Sportkleidung. „Wenn ich von der Skitour heimkomme, ziehe ich definitiv etwas anderes an. Sonst würde ich mich nicht wohlfühlen“, betont sie. Der „Schlendrian“ in Form von Leggings ist nicht ihr Stil. Vielmehr trägt sie neutrale, bequeme Alltagsoutfits – und ab und zu Farbe. „Blau ist meine neue Lieblingsfarbe, aber auch Rot habe ich nach vielen Jahren wieder für mich entdeckt.“
Rot und Rosa
Die frühere Ablehnung gegen diese Farbe hat ihre Wurzeln in der Kindheit: „Meine Mutter wollte unbedingt ein Mädchen-Mädchen aus mir machen. Kleider, Schleifen, Rosa- und Rottlne dominierten. Deshalb habe ich das später lange verweigert.“ In der Jugend folgte eine kurze Schwarz-Weiß-Phase, bevor sie langsam begann, ihren eigenen Stil zu entdecken. Auch durch die Farbberatung mit Styleexpertin Martina Thurn konnte sie auch Rot und Rosa wieder annehmen – in Nuancen, die zu ihr passen.
Auch in der Sportmode sind Farben ein Thema. Silke fällt immer wieder auf, dass viele Labels Frauen fast ausschließlich in Pink, Rosa oder Rot sehen wollen. „Ich wünsche mir mehr Auswahl - zum Beispiel in Blau und Grün. Nicht jede Frau will die Sport-Ladies Edition in Rosarot tragen.“ Auch bei Laufschuhen oder Skiern fehle es oft an neutraleren Varianten. Auch eine breitere Vielfalt bei Passform und Schnitt, die unterschiedliche Körpertypen berücksichtigen, wäre gut, da sind sich der Podcast-Gast und die Style-Expertin einig.en
Sportkleidung im Alltag?
Es gibt aber noch ein anderes Phänomen, das bei den Stilberatungen bei der Typberaterin immer wieder zur Sprache kommt. „Immer wieder berichten Frauen, dass sie nur noch in Sportkleidung unterwegs sind – selbst, wenn sie gerade keinen Sport machen. Dahinter stecken oft praktische Überlegungen oder schlicht Bequemlichkeit. Es fehlt aber mitunter auch an Sicherheit, was alltagstaugliche Alternativen für sportliche Frauen betrifft", sagt Martina Thurn.
Silke Stelzhammer hat trotz manchem Hadern mit dem von der Modeindustrie Angebotenem ihren Stil gefunden: sportlich, authentisch und mit Freude an besonderen Anlässen. Dann dürfen es auch hohe Schuhe sein – nicht im Alltag, aber sehr gerne bei Events, Feiern oder einem schönen Abendessen zu zweit. Ebenso wichtig ist ihr die Frisur: Lange Haare bleiben für sie trotz sportlichem Lebensstil ein Muss. Die hegt und pflegt sie gerne. Make-up wird gezielt und dosiert eingesetzt – im Alltag reduziert, bei besonderen Momenten mit Freude zelebriert. Und natürlich darf es dann auch das blitzblaue Kleid sein – ein Kleidungsstück, das sie seit der Farbberatung begleitet und das ihr zahlreiche Komplimente eingebracht hat. „Das gebe ich nie wieder her.“
Stil-trifft-Herz-TIPPS (von Martina Thurn) zum Thema Sportmode:
- Passform & Bewegungsfreiheit: Kleidung soll sitzen, ohne einzuengen. Stretch und atmungsaktive Materialien sorgen für Komfort.
- Die richtige Sportwäsche: Besonders beim Sport sind guter Halt und angenehme Materialien entscheidend. Vor allem der richtige Sport-BH kann sehr "unterstützend" wirken.
- Farbwahl bewusst treffen: Nicht auf stereotype Trendtöne festlegen lassen. Auch hier gilt: Farben, die einem stehen, wirken besonders frisch.
- Wohlfühlfaktor nicht vergessen: Wer sich in seinem Outfit gerne sieht, bleibt motivierter und fühlt sich auch beim Training stärker.