Stilgeschichten & Herzenssachen #29 -

Authentizität im Fokus: Wie Kleidung und Persönlichkeit ein echtes Bild ergeben 

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Volker Weihbold

Alter: 49

Beruf: Fotograf

Wohnort: Linz

Kleiderschrank: Viel zu angeräumt

Das wertvollste Teil: T-Shirt von seiner Frau mit der Aufschrift „Nur ned hudeln“

Stil: Leger

Größter Fehlkauf: Faire Organic-Jeans, steif und unpraktisch

Lieblingsfarben: Blau und Weiß

Das schönste Kompliment: „Du bist echt.“

 

Volker Weihbold hält als Fotograf besondere Momente fest. Doch wie sieht es bei ihm selbst aus? „Ich ziehe mich sehr praktisch an“, beschreibt er seinen Stil. Jeans oder Cargohose, T-Shirt und oft ein Hoodie – für ihn steht die Bequemlichkeit klar im Vordergrund. Das Outfit muss seiner Arbeitsweise entsprechen, denn als Fotograf ist er ständig in Bewegung und nie ganz sicher, in welcher Position er sich beim nächsten Foto befindet.

Gedanken über sein Outfit macht er sich wenig, er trägt meist die gleichen fünf Teile, „die ganz oben im Kleiderkasten liegen“. Schon in seiner Jugend hatte der Linzer ein eher pragmatisches Verhältnis zur Mode. „Wir sind von der Mama angezogen worden – bis ich elf oder zwölf war“, erzählt er. Erst danach begann er, sich abzugrenzen. Besonders begehrt war in der Schulzeit eine Jeansjacke mit Innentaschen – um den Walkman zu verstauen. „Ich hab mir dann selber eine Tasche reingenäht“, erinnert er sich.

Später kam eine Phase, in der er ausschließlich ausgewaschene Levi’s 501 und weiße T-Shirts trug – ein klarer Look, der sich bis heute in seiner Vorliebe für Jeans und einfache Shirts fortsetzt. Hemden oder Anzüge? Die trägt er selten – und nur, wenn es wirklich sein muss. Eine Ausnahme war seine Hochzeit: Da trug er gleich zwei Anzüge – beide kariert und mit überraschend viel Stilgefühl ausgewählt, obwohl das zunächst gar nicht geplant war.

Lachen statt Panik

Volker Weihbolds authentische und lockere Art zeigt sich auch in seinem Umgang mit Fotografie. „Nur keine Panik!“ – so lautet sein wichtigster Tipp für gelungene Fotos. Entspannung und Gelassenheit seien entscheidend, erklärt er. Als Beispiel dafür nennt er ein Plakat-Fotoshooting mit Kabarettist Klaus Eckel, bei dem viele Posen ausprobiert wurden. Erst als Eckel spontan lachen musste, entstand genau das Foto, das später ausgewählt wurde. „Am entspanntesten wirken Menschen, wenn sie sich wohlfühlen und nicht zu sehr über das Bild nachdenken“, betont der Fotograf.

Ebenso beeindruckend war seine Erfahrung mit dem ehemaligen Landeshauptmann Josef Pühringer. „Er war einer der authentischsten Menschen, die ich fotografiert habe, weil er völlig entspannt war und sich nicht verstellte.“ Laut Weihbold haben Politiker heute oft ein „gelerntes Lächeln“, während echte Emotionen und Authentizität viel überzeugender wirken.

Echte Fotos

Style-Expertin Martina Thurn stimmt dem zu: „Wenn ich mich wohlfühle, strahle ich das auch aus – das ist für jedes Foto wichtiger als jedes perfekt gestylte Outfit.“ Ob hinter oder vor der Kamera – entscheidend ist, dass die Ausstrahlung stimmig ist und man authentisch bleibt. „Wenn jemand echt ist, spürt man das sofort, auch auf Fotos“, betont Martina Thurn.

Volker Weihbold bringt es abschließend auf den Punkt: Für gute Bilder braucht es weniger Inszenierung und mehr echtes Gefühl. Genau das beschreibt seinen Stil und seine Persönlichkeit – echt, leger und unkompliziert.

 

Stil-trifft-Herz-Tipps für authentische Fotos:

  1. Wählen Sie ein Outfit, das nicht nur zur Situation, sondern vor allem zu Ihrer Persönlichkeit passt. Kleidung, die sich gut anfühlt und Bewegungsfreiheit erlaubt – etwa durch einen Elasthan-Anteil –, sorgt für Natürlichkeit und Entspannung vor der Kamera. Große Logos und auffällige Muster lenken ab und sollten vermieden werden.
  2. Hautpflege, Frisur und Make-up sollten dezent und typgerecht sein. Eine gut durchfeuchtete Haut wirkt frischer, gepflegte Haare geben Sicherheit, am besten so gestylt, wie man sie selbst kennt. Make-up darf kleine Unregelmäßigkeiten kaschieren, sollte aber nicht wie eine Maske wirken. Wichtig ist auch hier, sich selbst noch zu erkennen.
  3. Accessoires können das Outfit abrunden, sollten aber gezielt und zurückhaltend eingesetzt werden. Eine Uhr, ein Tuch oder dezenter Schmuck sind ideal. Alles, was zu sehr ins Auge fällt, lenkt vom Gesicht und von der Ausstrahlung ab – und damit vom eigentlichen Ziel eines Porträts: der Persönlichkeit.